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Gold und Silber für Bundesstützpunkt

Aline Focken nach ihrem Finalsieg gegen Jenny Fransson

Das hat es bisher auch noch nicht gegeben: Gleich vier deutsche Ringerinnen waren Pfingstsonntag in die Finalkämpfe des Grand Prix der Bundesrepublik Deutschland unter der Schirmherrschaft von evd-Geschäftsführer Klemens Diekmann eingezogen. Neben Laura Mertens stand zudem mit der Niederländerin Jessica Blaszka eine weitere Athletin des AC Ückerath im Finale. Doch letztlich blieb es im TSV Sportcenter bei einem deutschen Erfolg, mit dem sich Ex-Weltmeisterin Aline Focken nach 2014 zum zweiten Mal in die Siegerinnenliste der weltweit bedeutenden Veranstaltung eintrug. Die am Bundesstützpunkt Dormagen trainierende Krefelderin setzte sich in der Gewichtsklasse bis 69 kg gegen die ebenfalls für die Olympischen Spiele in Rio qualifizierte Schwedin Jenny Fransson mit 6:3-Punkten durch. Dabei lag die Lokalmatadorin über lange Strecken des Kampfes zurück, holte aber unter dem Jubel der heimischen Ringerinnen und Zuschauer die entscheidenden Siegpunkte mit einem blitzschnellen Beinangriff.

Für Laura Mertens war der Einzug ins Finale (58kg) nach längerer Verletzungspause ein Riesenerfolg. Die Ückeratherin bezwang Emmy Mared (Schweden) und Nathalie Rieser (Schweiz). Der Kampf um Gold war dann aber eine klare Angelegenheit für die routinierte Schwedin Johanna Mattsson, die zum vierten Mal den Grand Prix gewann und so mit Nikola Hartmann (Österreich) und Ida-Theres Nerell (Schweden) in der Bestenliste des Grand Prix gleichzog. Zum Auftakt der Frauen-Finalkämpfe hatte Jessica Blaszka (48kg) der Russin Valentina Islamova einen Kampf auf Augenhöhe geliefert, konnte die knappe 6:8-Niederlage aber nicht verhindern.  

Zufrieden schaute Frauen-Bundestrainer Patrick Loes in die Runde, denn mit Eva Sauer (53 kg/VfK Schifferstadt) und Debora Lawnitzak (55 kg/SV Luftfahrt Berlin) hatten zwei weitere deutsche Athletinnen das Finale erreicht. Dass Sauer der Kasachin Zhuldyz Eshimowa und Lawnitzak der ebenfalls favorisierten Weißrussin Iryna Kurachkina unterlagen, konnten die beiden nach dem Gewinn des Silberpokals verkraften. Luzie Manzke (63 kg/RSV Hansa 90 Frankfurt/O.), Viviane Herda (KSV Witten) und Sandra Paruszewski (53 kg/AV Sulgen) rundeten die deutsche Medaillenausbeute mit Bronze ab. Aufgrund der soeben erst beendeten Olympia-Qualifikationen konnten einige Ringerinnen diesmal nicht auf die vier Matten gehen. „Dennoch war die Qualität des Turniers sehr hoch, da viele Ringerinnen, die für Rio qualifiziert sind, den Grand Prix in Dormagen als Hürde auf dem Weg nach Rio nutzten. Viele unserer Athletinnen kämpfen noch im Juniorenbereich, haben den etablierten Ringerinnen aus Russland, Kasachstan, Ungarn, oder Kanada das Leben sehr schwer gemacht“, war Loes vor allem vom kämpferischen Einsatz seiner Athletinnen beeindruckt.

Jubel gab es auch bei den Kadettinnen, die ebenfalls eine ordentliche Bilanz von zwei Turniersiegen und einer Bronzemedaille im starken Starterfeld erreichten. Einen wahren Sturmlauf legte Serena Bölke (52 kg/RSV Hansa 90 Frankfurt/O.) hin, die alle sechs Begegnungen für sich entscheiden konnte. „Eine hervorragende Turnierleistung“, stellten ihr die beiden verantwortlichen Nachwuchs-Bundestrainer Alexandra Engelhardt und Rainer Kamm ein gutes Zeugnis aus. Bölke wurde als beste Kadettin mit dem Ehrenpreis von NRW-Sportministerin Christina Kampmann ausgezeichnet.

„Wir müssten an diesem Wochenende viele Medaillen an unsere ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer verteilen“, dankte Detlev Zenk als Vorsitzender des AC Ückerath den rund 60 Aktiven für ihren immensen Einsatz über Pfingsten. Katja Taveela, die schwedische Delegierte des Weltverbandes United World Wrestling, bescheinigte dem AC Ückerath eine gelungene Durchführung des „ausgezeichneten Turniers“, das Bürgermeister Erik Lierenfeld und Ralf Diener vom Deutschen Ringer-Bund eröffnet hatten.