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Ringerinnen begrüßen Olympia-Verschiebung

Nina Hemmer (links) und Laura Mertens greifen im nächsten Jahr wieder an

War jüngst noch von einer Entscheidung des IOC innerhalb von vier Wochen die Rede, so wurde der Druck aus den nationalen Verbänden zu groß. Seit heute steht fest, dass die Olympischen Spiele ins Jahr 2021 verschoben werden. Viele Menschen rund um den Globus haben sich natürlich auf das Großereignis im Sommer in Tokio gefreut – die Athletinnen und Athleten haben seit langem intensiv für eine Teilnahme gekämpft. Doch die Situation lässt keine andere Möglichkeit als die Verschiebung zu. Davon betroffen sind auch die beiden Ringerinnen des AC Ückerath, Nina Hemmer und Laura Mertens, deren Qualifikationsturniere in den Mai / Juni verschoben worden waren. Beide sind froh, dass nun endlich Klarheit herrscht, und wollen 2021 erneut angreifen.

Laura Mertens begrüßt die Entscheidung: „Ich hätte nach aktuellem Wissensstand meine Teilnahme an den Qualiturnieren und gegebenenfalls den Olympischen Spielen zum vorgegebenen Zeitpunkt nicht vertreten können. Ich fände es egoistisch, fahrlässig und unsolidarisch – vor allem den Menschen in Ländern mit schlechteren Gesundheitssystem, fehlender Demokratie und mangelnder finanzieller und sozialer Absicherung gegenüber – das Risiko einzugehen, dass die Spiele zum geplanten Zeitpunkt ein erneuter Katalysator für das Virus sein könnten“, erklärt Mertens. Und: „Das wären nicht meine Olympischen Spiele! Das entspräche nicht meinen Werten! Lasst uns gemeinsam den Kampf gegen das Virus gewinnen, lasst die Welt zur Ruhe kommen, lasst Stabilität in den Bereichen Gesundheitswesen und Wirtschaft in jedes Land zurückkehren und lasst uns unsere Routine wiederfinden. Dann kann die Qualifikation weitergehen und es können sich die Besten der Besten bei den Olympischen Spielen messen.“

Die 26-Jährige wird sich nun mit den gegebenen Mitteln (Wald vor der Tür, eigenes Trainingsmaterial, Material aus der Halle – zum Beispiel Langhanteln, Kurzhanteln, Bulgarian Bag) orientiert am Trainingsplan des Bundestrainers im Grundlagenbereich fit halten. Geplant hatte die Ringerin, nach Tokio 2020 wieder und weiter zu studieren. „Ob ich dies nunmehr zeitgleich machen oder noch ein Jahr rausschieben werde, weiß ich noch nicht genau. Ich möchte aber auch langsam auf beruflicher Ebene weiterkommen. Deswegen bin ich auch froh, dass keine zwei Jahre Verschiebung angedacht sind“, betont Mertens. Nach aktuellem Stand „werde ich das eine Jahr noch weiter im Spiel bleiben.“

Nina Hemmer (27) unterstreicht die Aussagen ihrer Vereinskollegin und kann mit der Verschiebung gut leben – zumal aus ihrer Sicht die Rahmenbedingungen für die noch nicht Qualifizierten „unfair gewesen wären. Bis mindestens Ende April kann ich wegen der gesperrten Trainingsstätten nicht auf die Matte und hätte danach auch nur kurze Zeit gehabt, um mich für die Quali fit zu machen. Da hätten doch die Matteneinheiten und das notwendige spezifische Training gefehlt. Und im Falle der Quali wäre der Zeitpunkt bis zum Beginn der Spiele viel zu kurz gewesen.“ Letztlich ist die Sportsoldatin „froh darüber, wie es jetzt ist.“ Die Olympischen Spielen in diesem Jahr hätten aufgrund der Corona-Begleitumstände „voll an Wert verloren.“

Die aktuelle Situation ist für die Militärweltmeisterin des Jahres 2018 ziemlich neu: „Seit Anfang des Jahres war ich wegen der Quali-Vorbereitung ständig unterwegs. Jetzt kriege ich endlich mal meinen Kopf frei. Da ich mich im Augenblick lediglich locker fit halten kann freut sich besonders mein Hund Yuki auf die ein oder andere zusätzliche Runde. Online kümmere ich mich gerade um mein Studium „Soziale Arbeit“ – mein Dozent will abends Ergebnisse sehen.“ Nina Hemmer will im nächsten Jahr in Tokio dabei sein und hatte schon vor der Verschiebung deutlich gemacht, dass sie bis 2024 in Paris weitermachen will. Im Idealfall wären es dann ihre dritten Olympischen Spiele.